Planet Plate

Unser Nudge “Planet Plate” dient der Förderung nachhaltigeren Essensentscheidungen in Gemeinschaftsverpflegungseinrichtungen.

Für jedes Gericht werden die C02 Emissionen kalkuliert. Das treibhausgasärmste Gericht des Tages wird gekennzeichnet mit einem speziellen Label und soll Besuchenden als weiteres Kriterium bei der Essensauswahl nützen. Bewusst wird nur das vorteilhaftestes Gericht ausgezeichnet, um den Effekt “Tendenz zur Mitte” zu vermeiden.

Durch niederschwellige Informationen möchten wir das Bewusstsein für umweltfreundlichere Optionen schärfen, denn auch mit jedem Biss kann aktiv zum Klimaschutz beigetragen werden.

Was bedeutet das Thema?

Etwa 20% unserer persönlichen Treibhausgasemissionen gehen auf die Ernährung zurück. Dies liegt unter anderem daran, dass bei der Erzeugung von Lebensmitteln Methan, Lachgas und Kohlendioxid freigesetzt werden. Indirekt kann das durch die Umgestaltung der Landschaft, wie das Abholzen und Niederbrennen des Regenwaldes oder die Entwässerung von Mooren, entstehen. Direkte Emissionen können durch die Nutztierhaltung und den Anbau von Nutzpflanzen, freigesetzt werden. Zusätzlich belasten Verpackung, Transport und Entsorgung von Lebensmitteln die Umwelt. Während Plastikverpackungen in der Gesellschaft viel debattiert werden, gibt es oft wenig Bewusstsein für eine klimafreundliche Ernährung. Ziel ist es den Fokus auch auf die tatsächlichen Lebensmittel, die wir täglich essen, zu lenken.

Ziel des Nudges

Unser Ziel ist es, die Aufmerksamkeit auf das Thema der nachhaltigen Ernährung zu lenken und die Konsumenten dazu zu inspirieren, bewusste Verzehrentscheidungen zu treffen. Kurzfristig hoffen wir, dass sich immer mehr Menschen für das Gericht mit der geringsten Treibhausgasbelastung entscheiden, sobald sie dazu Informationen zur Verfügung gestellt bekommen. Langfristig hoffen wir ein allgemeines Bewusstsein für die C02 Emissionen von Lebensmitteln zu schaffen, dass Menschen diese Information alltäglich als Kriterium in ihre Verzehrentscheidungen miteinbeziehen.

    Bedarfsanalyse

    • Unwissenheit über Umweltauswirkungen von Ernährung
      Manchen Menschen ist es bewusst, dass Ernährung einen großen Teil der persönlichen Treibhausgasemisssionen ausmacht. Den Rest wollen wir darauf aufmerksam machen.
    • Unwissenheit über nachhaltige Ernährungsentscheidungen
      Viele Menschen wollen ihre Lebensmittel nach Kriterien der Nachhaltigkeit auswählen, sind aber unwissend, was das tatsächlich bedeutet, von vielen wird z. B. Vermeidung überflüssiger Verpackung als wichtigste Maßnahme angesehen.
    • Umweltauswirkungen kein Kriterium für Konsumentscheidungen
      Im Entscheidungsverhalten spielen andere Faktoren, wie Gesundheit, Preis oder Geschmack eine wichtigere Rolle als Nachhaltigkeit.

    Ursachenanalyse

    • Availbility Heuristik

      Wenn wir uns nicht bewusst sind, wie die Lebensmittelproduktion und der Konsum zum Klimawandel beitragen, können wir unwissentlich Entscheidungen treffen, die unseren CO2-Fußabdruck erhöhen.

    • Status Quo Bias

      Wenn wir uns an eine bestimmte Ernährungsweise gewöhnt haben, können wir widerwillig sein, sie zu ändern. Auch wenn es bessere Optionen gibt, die unseren CO2-Fußabdruck reduzieren könnten.

    • Hyperbolic Discounting

      Wenn wir beispielsweise wissen, dass eine Änderung unserer Ernährung dazu beitragen könnte, den CO2-Fußabdruck zu reduzieren, aber der Prozess schwierig und zeitaufwendig erscheint, könnten wir uns dafür entscheiden, dies zu ignorieren, um uns sofortigen Belohnungen, wie einer Klimaspende, zuzuwenden.

Die Zielgruppe

Zu unserer Zielgruppe gehören Konsumierende in Gemeinschaftsverpflegungseinrichtungen, wie beispielweise Mensen oder Kantinen in Universitäten oder Unternehmen.

Mehrwert des Nudges

  • Auswahl von Gericht mit geringsten Treibhausgasemissionen

    Das Label kann ein Auslöser sein für die Entscheidung zum nachhaltigsten Gericht des Tages. So kann Nachhaltigkeit als niederschwelliges Entscheidungskriterium gestärkt werden.

  • Gesprächsaufhänger

    Impuls, um das Gespräch beim Essen auf nachhaltige Ernährung zu lenken, denn das soziale Umfeld kann einen starken Einfluss auf die Ernährungsgewohnheiten des Einzelnen haben.

  • Anreiz zum Wissensaufbau

    Der Nudge kann eigene Unwissenheit aufzeigen. Der Nudge wirkt dadurch als Informationsvermittler und kann zudem motivieren sich weiterzubilden.

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Vanessa Brecht

vanessa.brecht@stud.hshl.de

Jette Roggow

malika.jette.roggow@stud.hshl.de

Laura Bals

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