Sichtbar statt übersehen: Wie wir Wissenschaft auf LinkedIn kommuniziert haben

Autorinnen: Eseosa Edokpayi, Gracious Jackson, Vien Hairan, Zeynep Öztürk

Welchen Wert hat ein hervorragendes wissenschaftliches Projekt, wenn niemand
außerhalb des Hörsaals davon erfährt?

Mit dieser Frage begann unser Projekt im Bereich Wissenschaftskommunikation. Während
viele Teams der NudgeNight 2026 eigene Nudges entwickelten, bestand unsere Aufgabe
darin, die Veranstaltung und ihre Inhalte auf LinkedIn sichtbar zu machen.

Unser Ziel war es, die Ideen, Projekte und Menschen hinter der NudgeNight 2026
professionell, verständlich und ansprechend zu präsentieren. Dabei wollten wir die
Veranstaltung nicht nur bewerben, sondern auch verdeutlichen, warum Nudging
gesellschaftlich relevant ist, den diesjährigen Schwerpunkt auf Künstliche Intelligenz
hervorheben und Menschen dazu einladen, Teil der NudgeNight zu werden.

Für dieses Vorhaben war LinkedIn die ideale Plattform. Sie erreicht Studierende, Forschende,
Alumni sowie Fach- und Führungskräfte aus Bereichen wie Marketing, Personalwesen,
Gesundheitswesen, Kommunikation und Innovation. Gleichzeitig bietet sie die Möglichkeit,
wissenschaftliche Themen so aufzubereiten, dass sie auch für Menschen ohne
wissenschaftlichen Hintergrund verständlich und interessant sind.

Von Beginn an stand für uns eine zentrale Frage im Mittelpunkt:
Wie können wissenschaftliche Inhalte auf LinkedIn Aufmerksamkeit erzeugen,
verständlich vermittelt werden und gleichzeitig Interesse an der NudgeNight wecken?

Um diese Frage zu beantworten, entwickelten wir eine Kommunikationsstrategie, die
Erkenntnisse der Wissenschaftskommunikation mit bewährten Methoden aus dem Social Media-Bereich kombinierte. Anstatt Inhalte ausschließlich sachlich oder akademisch zu
vermitteln, setzten wir auf Storytelling, eine ansprechende visuelle Gestaltung, neugierig
machende Überschriften, Calls-to-Action, Social Proof sowie die Einbindung
wissenschaftlicher Expertinnen und Experten.

Ein zentraler Bestandteil unserer Arbeit bestand darin, wissenschaftliche Konzepte anhand
praxisnaher Beispiele verständlich zu erklären. Themen wie Künstliche Intelligenz, Bias oder
Nudging wurden nicht nur theoretisch beschrieben, sondern mit Situationen aus dem Alltag
und der Arbeitswelt verknüpft. Unsere Beiträge beschäftigten sich unter anderem mit
geschlechtsspezifischen Verzerrungen in KI-Systemen, dem Einsatz von KI im Recruiting, der
Bedeutung guter Prompts oder der Frage, ob Künstliche Intelligenz überhaupt objektiv sein
kann. Dadurch wurde deutlich, dass diese Themen nicht nur für die Forschung relevant sind,
sondern auch unseren Berufsalltag und alltägliche Entscheidungen zunehmend beeinflussen.

Auch die visuelle Aufbereitung spielte eine wichtige Rolle. Viele Beiträge wurden als
Karussell-Posts, Grafiken oder kurze visuelle Geschichten gestaltet, um komplexe Inhalte
leichter verständlich zu machen. Überschriften wie „Kann ein Emoji einen Millionen-Deal
kosten?“ oder „Was filtert deine Recruiting-KI wirklich?“ wurden bewusst gewählt, um
Neugier zu wecken und zum Weiterlesen anzuregen.

Um die Glaubwürdigkeit unserer Inhalte zu stärken, stützten wir uns auf wissenschaftliche
Erkenntnisse aus den Bereichen Wissenschaftskommunikation, Storytelling, Social Media
und kognitive Verzerrungen. Darüber hinaus bezogen wir Expertinnen und Experten wie Cass
Sunstein ein, um zu verdeutlichen, dass Nudging weit über die NudgeNight hinaus
gesellschaftliche Relevanz besitzt.

Neben informativen Beiträgen stellten wir ausgewählte Themen der NudgeNight 2026 vor.
Dabei wollten wir nicht alle Projektergebnisse vorwegnehmen, sondern durch zentrale
Fragestellungen und spannende Einblicke Interesse wecken und gleichzeitig die Neugier auf
die Veranstaltung erhalten.

Ein weiterer wichtiger Bestandteil unseres Projekts war das Community Management. Anstatt
Kommentare mit standardisierten Antworten zu beantworten, gingen wir individuell auf sie
ein und förderten so den Austausch mit der Community. Dadurch wurde LinkedIn nicht nur
zu einer Plattform für Informationsvermittlung, sondern auch zu einem Ort für Dialog und
Diskussion.

Unsere Kommunikationsstrategie erwies sich als erfolgreich. Während des Projektzeitraums
veröffentlichten wir 24 Beiträge, erreichten über 424 Seitenaufrufe, erzielten 53.446
Impressionen, gewannen 38 neue Followerinnen und Follower und verzeichneten
insgesamt 883 Interaktionen in Form von Likes, Kommentaren und geteilten Beiträgen.
Diese Ergebnisse zeigen, dass wissenschaftliche Inhalte auch außerhalb der Hochschule
Menschen erreichen können, wenn sie verständlich, zielgruppengerecht und ansprechend
kommuniziert werden.

Ein besonders erfolgreiches Beispiel war unser Beitrag zum Intercultural Emoji Code.
Darin zeigten wir, dass Emojis je nach Kultur unterschiedlich interpretiert werden können und
dadurch Missverständnisse in der beruflichen Kommunikation entstehen können. Gerade weil
das Thema alltagsnah, überraschend und leicht verständlich war, erzielte der Beitrag eine
besonders hohe Interaktion.

Unser Projekt zeigt, dass Wissenschaftskommunikation auf LinkedIn sowohl informativ als
auch ansprechend sein kann, wenn Inhalte verständlich erklärt, visuell attraktiv gestaltet und
gezielt auf die Zielgruppe zugeschnitten werden. Gute Forschung verdient Sichtbarkeit – und
genau dazu wollten wir mit unserem Projekt einen Beitrag leisten.

Wir sind stolz darauf, mit unserem LinkedIn-Projekt dazu beigetragen zu haben, die
Sichtbarkeit der NudgeNight 2026 zu erhöhen und wissenschaftliche Inhalte einer breiteren
Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Das LinkedIn-Team der NudgeNight 2026