Nicht nur fragen — hinterfragen Adaptive Interventionen zur Förderung kritischer KI Nutzung im Hochschulstudium 

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Stellen Sie sich vor, Sie bitten eine Künstliche Intelligenz um Unterstützung bei einer Studienaufgabe. Innerhalb weniger Sekunden erhalten Sie eine überzeugend formulierte Antwort, die auf den ersten Blick vollkommen plausibel erscheint. Doch würden Sie auch hinterfragen, ob diese Antwort tatsächlich richtig ist?

Generative Künstliche Intelligenz ist längst fester Bestandteil des Hochschulalltags. Studierende nutzen Anwendungen wie ChatGPT zunehmend, um komplexe Inhalte zu verstehen, wissenschaftliche Texte zusammenzufassen, Ideen zu entwickeln oder ihren Lernprozess zu unterstützen. Diese Technologien eröffnen zahlreiche Chancen. Gleichzeitig stellen sie Hochschulen jedoch vor eine neue Herausforderung: Wie können Studierende dazu befähigt werden, KI generierte Inhalte kritisch zu hinterfragen, anstatt sie ungeprüft zu übernehmen?

Genau dieser Frage widmet sich unser Forschungsprojekt.

Obwohl moderne KI Systeme beeindruckend leistungsfähig sind, sind ihre Antworten nicht immer fehlerfrei. Falsche Informationen, erfundene Quellen oder irreführende Erklärungen können äußerst überzeugend wirken und sind häufig nur schwer von korrekten Aussagen zu unterscheiden. Je stärker KI den Hochschulalltag prägt, desto wichtiger wird die Fähigkeit, KI generierte Inhalte kritisch zu bewerten und fundierte Entscheidungen über deren Nutzung zu treffen.

Unser Projekt beschäftigt sich daher nicht mit der Frage, ob Studierende KI verwenden sollten, sondern wie sie KI verantwortungsvoll und reflektiert einsetzen können. Aufbauend auf Erkenntnissen der Verhaltensökonomie und Psychologie untersuchen wir, ob sogenannte Nudges, also kleine verhaltenswissenschaftliche Denkanstöße, Studierende dazu anregen können, einen Moment innezuhalten, KI Antworten kritisch zu reflektieren und diese bewusst zu überprüfen, bevor sie übernommen werden. Ziel ist es nicht, die Nutzung von KI einzuschränken, sondern eigenständiges Denken zu fördern und gleichzeitig die Potenziale dieser Technologie sinnvoll zu nutzen.

Ein zentraler Gedanke unseres Projekts ist, dass Menschen Informationen unterschiedlich verarbeiten. Sie unterscheiden sich darin, wie sie Probleme lösen, Entscheidungen treffen und mit neuen Technologien umgehen. Deshalb untersuchen wir adaptive Ansätze, die diese individuellen Unterschiede berücksichtigen und kritisches Denken gezielt fördern. Durch die Verbindung psychologischer, verhaltensökonomischer und hochschuldidaktischer Perspektiven möchten wir dazu beitragen, ein besseres Verständnis dafür zu entwickeln, wie ein verantwortungsvoller Umgang mit KI im Studium unterstützt werden kann.

Die Studie wird derzeit an der Hochschule Hamm Lippstadt im Rahmen eines Forschungsprojekts der Wirtschaftspsychologie durchgeführt. Da das Projekt aktuell für eine wissenschaftliche Veröffentlichung vorbereitet wird, können wir zum jetzigen Zeitpunkt noch keine Details zum Studiendesign, zu den eingesetzten Interventionen oder zu den Ergebnissen veröffentlichen. Umso mehr freuen wir uns, bereits heute die Motivation hinter unserem Forschungsprojekt und die Fragestellungen, die uns leiten, mit Ihnen zu teilen.

Künstliche Intelligenz wird die Zukunft der Hochschulbildung maßgeblich mitgestalten. Doch Bildung bedeutete schon immer mehr, als nur Antworten zu finden. Sie bedeutet vor allem, Antworten kritisch zu hinterfragen. Wir sind überzeugt, dass die Zukunft des Lernens nicht allein von immer intelligenteren Technologien abhängt, sondern ebenso davon, Studierende zu befähigen, kritisch zu denken, informierte Entscheidungen zu treffen und ihren Lernprozess aktiv mitzugestalten.

Denn die Zukunft der Hochschulbildung liegt nicht darin, sich zwischen Mensch und KI zu entscheiden, sondern darin zu lernen, wie beide verantwortungsvoll zusammenarbeiten können.